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Artikel im Schwachhauser

/ Ausgabe von Oktober/November 2024

Die Kontinuität besteht im Wandel – nach fast 25 Jahren hat eine der bekanntesten Bestatterinnen Bremens, Cordula Caspary, den Stab an das bestehende Team unter der Leitung von Jonathan Weering übergeben. Der 33-Jährige, der seit 2014 Jahren bei Caspary tätig ist, sagt: „Es war ein harmonischer Wechsel. Das Leitbild unserer Arbeit, individuell und menschenfreundlich Abschiede zu gestalten, Trauernde sorgsam zu begleiten und Verstorbenen höchsten Respekt entgegenzubringen, ist geblieben. Dazu haben wir uns personell breiter aufgestellt“.
Menschen als Bestatter*innen zu begleiten, bedeutet einen ganz besonderen Zeitraum mit ihnen zu gestalten. Manche nennen es „Schleusenzeit“ – die Zeit zwischen Tod und Beerdigung. Dieser Zeitraum ermöglicht Trauernden noch die Nähe zur verstorbenen Person zu erleben und dadurch den Tod wirklich zu begreifen. Durch Aufbahrungen, das Versorgen, eine Totenwache oder eine Aussegnung. Für manche ist auch das Begleiten des Sarges zur Einäscherung ein wichtiger Schritt im Abschiedsprozess.
Bis zur Bestattung gibt es viele Stationen, viele „kleine Abschiede“, die Hinterbliebene, je nach den eigenen Bedürfnissen, erleben und gestalten können. In dieser Übergangzeit gilt es, Trittsteine zu legen, auf denen Trauernde den Weg des Abschieds beschreiten.
Das erfahrene Team von Caspary Bestattungen, dessen Räumlichkeiten sich zentral in der Schwachhauser Heerstraße, Ecke Hollerallee befinden, öffnet Möglichkeiten, ohne sie aufzudrängen. Es bietet die nötige Ruhe, um mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten zu sprechen und sie einzubeziehen.
„Särge zu bemalen oder Grußbotschaften darauf zu schreiben, kann als bereichernder Zugang zur eignen Trauer wahrgenommen werden.“. „Viele Rituale sind über die Jahre verloren gegangen. Die Bestattungsinstitute haben alles übernommen, als Rundum-sorglos-Programm. Doch das entfernt eher und hilft der Trauer wenig“. Das Team von Caspary bietet daher an, sich den ,kleinen Abschieden‘ wieder zu nähern. Das Erleben solcher Abschiedsprozesse würden oft als große Bereicherung erfahren und könne richtig guttun. Vieles würde sogar als schön und hoffnungsfroh empfunden, melden Kundinnen und Kunden von Caspary immer wieder zurück. „Für einige Menschen kommt eine Aufbahrung nicht in Frage, mit anderen planen wir mehrtägige Abschiednahmen, zu denen die Hinterbliebenen und der Freundeskreis kommen. Es gibt nicht den einen  Weg um Abschied zu nehmen.“
Das gilt für alle Generationen: „Auch Kinder können und sollen teilhaben – sie haben oft eine direkte, klare Haltung und eigene Ideen. Kinder haben häufig viel weniger Vorbehalte als Erwachsene. Sie sind neugierig und sagen auf ihre Art tschüss. Das Team erlebt immer wieder sehr berührende Momente, die auch mal ein Schmunzeln hervorrufen.“
Bestatter*innen sind gut im Organisieren, sind eine wirkliche Entlastung, weil sie über das Fachwissen verfügen und den Umgang mit den Behörden gewohnt sind. Wenn nach einem ersten Beratungsgespräch die Vorstellungen für den Abschied konkret werden, erledigt das Team von Caspary, was nötig ist. Etwa das Buchen eines Raumes oder einer Kapelle, Empfehlungen für freie Redner*innen oder die musikalische Begleitung. Dazu die Erledigung vieler Formaltäten, wie das Beschaffen der Sterbeurkunden oder das Abmelden von Versicherungs- und Dienstleistungen.
Was Familienmitglieder selbst machen möchten, wird unterstützt! „Anfangs wissen viele nicht, wo sie anfangen sollen. Wenn es dann eine konkrete Aufgabe gibt, kann das sehr guttun. Man kann noch etwas für die verstorbene Person tun!“,. „Wenn wir den Eindruck gewinnen, dass sich Angehörige überfordern, empfehlen wir aber vorsichtig und wertschätzend, das Loslassen zu üben. Die Schleusenzeit kann sehr anstrengend sein, dies unterschätzen manche.“
Und so ermutigen die Begleiter*innen des Teams, einen individuellen Weg zu finden. Um das zu unterstützen, ist es wichtig, zuzuhören: Bedürfnisse ernst nehmen und persönlichen Wünsche formulieren lassen – ohne Zeitdruck. Auch, um etwa den Ort der letzten Ruhestätte auszusuchen. „Es gibt viele Möglichkeiten, es ist nicht nur eine Frage des Geldes.“
Oder um der verstorbenen Person ein letztes Mal zu begegnen. „Wir fragen also, ob Familienangehörige mit uns gemeinsam die verstorbene Person versorgen möchten, ob es besondere Kleidung gibt, die wir ihr anziehen oder ob persönliche Dinge mit in den Sarg gelegt werden sollen – Fotos, Briefe, Blumen oder Kuscheltiere, eine eigene Decke, das Lieblingskissen, der Werder-Schal."

Nicht selten haben Menschen eigene Wünsche und Vorstellungen für ihren Abschied. Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Handlungsfähigkeit über den Tod hinaus zu haben, nimmt manchen Sorgen. Auch Wissen darüber, was mit dem eigenen Körper passiert. Ein weiteres Motiv ist, seine Nächsten zu entlasten. Auch dafür bietet Caspary seine Kompetenz an: Wer sich für ein kostenloses und unverbindliches Vorsorgegespräch interessiert, kann sich jederzeit melden und eine Beratung vereinbaren.
Über die Arbeit mit Menschen hinaus lebt und entwickelt Caspary Trauer- und Abschiedskultur zusammen mit anderen in mehreren Netzwerken. Im Austausch mit anderen Bestatter*innen und Trauerbegleiter*innen etwa. „Wir arbeiten zum Beispiel eng mit Hospizen zusammen, die uns mit ihrer Sicht einen wichtigen Einblick schenken, was sie mit Sterbenden und ihren Hinterbliebenen erleben. Es gibt außerdem ein eigenes Veranstaltungsprogramm, das auf der Homepage zu finden ist. „Es gibt verschiedene Themen- und Informationsabende, Lesungen und Ausstellungen. Unser Angebot soll dazu beitragen, Abschiedskultur bewusst und lebendig zu gestalten. Wir möchten Menschen ermutigen, sich den Themen Sterben, Tod und Trauer zuzuwenden und Ängste abzubauen, indem wir miteinander ins Gespräch und in den Austausch kommen.“
Die Beisetzung der Urne auf Friedhöfen, in Bestattungswäldern oder in Bremen auch auf privatem Grund ist häufig einer der letzten Schritte, die das Team von Caspary Bestattungen begleitet. Mit Hilfe von Bremer Kunsthandwerk*innen lassen sich dafür ganz individuelle Gefäße gestalten. Dabei können Hinterbliebene auch selbst tätig werden. An der Drehscheibe im Atelier von Frauke Alber oder bei der Konzeption besonderer Holzurnen in der Werkstatt von Hergen Böttcher.

Caspary Bestattungen GmbH & Co. KG
Schwachhauser Heerstr. 47
28211 Bremen
Tel: 0421 38 30 55
Mail: info@caspary-bestattungen.de

Kersten Artus Profilbild

Kersten Artus

Trauerrednerin, Journalistin

Kersten Artus, 61, verheiratet, zwei Kinder, vier Enkel, Journalistin und Trauerrednerin. Sie lebt in Hamburg, doch ihre Wurzeln sind in Bremen. Mindestens einmal die Woche ist sie in ihrer Heimatstadt - privat wie beruflich. Sie mag ihren Garten, fährt Fahrrad und Bahn und schwärmt für Harrison Ford und schreibt für Caspary Bestattungen das Journal.